von in Games, News, Review

Meine Erfahrungen mit Blizzards Blockbuster-Shooter

Du hast noch nie einen Shooter gespielt, weil du dieses Genre bisher nicht mochtest oder es bisher einfach noch nicht in dein Blickfeld geraten ist, hättest aber trotzdem Lust, es auszuprobieren ohne es exzessiv ausleben zu wollen oder du vielleicht nicht gut im Zielen bist?

Dann ist Overwatch definitiv einen Versuch wert!

Meine Einstellung gegenüber den klassischen Shootern war immer leicht negativ, weil sie mir meist zu ernst und zu professionell wirkten – sowohl optisch als auch vom Gameplay. Außerdem landete ich Headshots bei solchen Spielen in der Regel so gut wie nie…
Im Frühling 2016 wurde ich aber durch den Twitch Streamer „Lord Helseth“ auf Overwatch aufmerksam, der – genauso wie ich zu diesem Zeitpunkt – (leider) nicht mehr viel Spaß an dem PvP von „Guild Wars 2“ hatte und etwas Neues ausprobieren wollte. Ich nahm also an der Open Beta von Overwatch teil und war direkt gefesselt!

Da ich gerne Games spiele oder mir Filme ansehe, die ästhetisch etwas hergeben oder aus dem Comic-Genre kommen (wie diverse Pixar-Animationsfilme, die „Tomb Raider“-Games oder auch „Diablo 3“), hat mich Overwatch – zu meinem Erstaunen (weil es ein Shooter ist) – von Beginn an unglaublich beeindruckt.

Zum Einen zeigt das Spiel durch seinen detailliert gestalteten, Blizzard-typischen Comic-Look und das variantenreiche Charakter-Design sehr viel Persönlichkeit und Witz, was den Ersteindruck bereits sehr sympathisch und freundlich macht. Die Charaktere sind authentische individuelle Helden, die sich in jeglicher Hinsicht unterscheiden und nicht dem üblichen “Männern in Tarnanzügen”-Stereotyp wie in „Call of Duty“ oder „Battlefield“ gleichen. Zum anderen sind die Fähigkeiten der einzelnen Charaktere fast an einer Hand abzählbar, was den Einstieg ins Spiel sehr einfach macht – es dauert nicht lange, bis man weiß, wie jeder Held gesteuert wird und was seine Aufgabe im Team ist.

Vergleichbar mit der Steuerung und der Skills sind auch alle Maps (obwohl es mittlerweile vierzehn davon gibt) unglaublich intuitiv zu navigieren und zu spielen – man lernt und verinnerlicht diese ganz einfach nebenbei. Es gab nie einen Moment im Spiel, an dem ich dachte: “… warte mal, wo muss ich jetzt lang?” – sie sind übersichtlich und selbsterklärend – das Level-Design ist absolut top.

Zusammenfassend hat man sich also schnell alles angeeignet, was man zum entspannten Daddeln wissen sollte.

Um noch einmal auf den Punkt mit dem Zielen zurück zu kommen: Ich bin bis heute schlecht im Zielen, und zwar wirklich… schlecht! Keine Headshots außer durch Zufall oder der Gegner macht es mir einfach.. Trotzdem gewinne ich in der Regel mehr Spiele als ich verliere – dabei spiele nur ein paar Mal die Woche, manchmal sogar 1 bis 2 Wochen gar nicht. Es ist ein Spiel, das man auch problemlos eine Weile liegen lassen kann aber trotzdem nichts verpasst.

Zudem setzen viele Helden nicht voraus, dass man besonders geschickt mit der Maus sein muss. Charaktere wie Reinhardt (ein Tank, der andere mit seinem Schild beschützt), Winston (mit einer Blitzkanone, die mehrere Ziele treffen kann), Lucio (ein Gruppenheiler mit hoher Mobilität) oder Junkrat (Granatenwerfer mit Flächenschaden und Fallen) können im Team sehr nützliche Funktionen erfüllen, ohne selbst Headshots landen zu müssen. Am meisten kommt es ohnehin in Overwatch darauf an, im Team zu agieren und kreativ zu sein. Wer alle Möglichkeiten einer Map ausnutzt und seinen Helden entsprechend seiner Fähigkeiten spielt, wird auch Erfolg haben.


Genau das ist es, was mir gefällt!

Blizzard fördert dieses Teamgefühl auch mit verschiedenen Belohnungssystemen:

Kills zählen für all diejenigen, die in diesem Moment daran beteiligt waren. Das Zusammenspiel wird dadurch belohnt und es verhindert, dass Spieler mehr oder weniger zufällig für einen Gruppenkill den Ruhm ernten. Außerdem kann kein Spieler die Einzel-Statistiken seiner Mitspielern einsehen (ob dieser beispielsweise öfter gestorben ist als Punkte zu machen) sondern immer nur seine eigene, was bei anderen Online-Shootern sonst oft zu Beleidigungen führt aber hier clever verhindert wird. Nach einem Match gibt es auch Punkte für das Verliererteam und Extrapunkte für ein knappes Spiel sowie eigene gute Leistungen.

Das Matchmaking hatte zwar von Zeit zu Zeit einige Ausfälle aber in der Regel zeigen sich die Teams als wirklich ausgeglichen und Niederlagen gehen oft sehr knapp aus. Wenn man haushoch verliert, liegt es oft daran, dass erstens: einzelne Spieler nicht gut im Team agieren, zweitens: sogenannte „Leaver“ einfach das Spiel verlassen, oder drittens: Trolle, die das Match unnötig zu-spammen oder destruktiv spielen.

Fazit:
Für entspannte Gelegenheits-Spieler mit wenig Lust, sich ‚Flick Shots‘ antrainieren zu müssen, ist Overwatch eine gute Wahl. Das heißt aber nicht, dass das Spiel generell einfach wäre oder keine professionellen Ebenen erreicht. Ganz im Gegenteil – Overwatch ist ein Spiel sowohl für Hardcore-Zocker als auch für Casual-Gamer.

 

Leave a Reply

  • (will not be published)