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„Stop playing outside, go play Inside“ – so einer der derzeit populärsten Kommentare auf Steam über „Inside“, dem spirituellen Nachfolger von Limbo des dänischen Entwicklerstudios Playdead, welcher kürzlich für XboxONE und PC erschienen ist. Während sich die meisten Game-Reviews derzeit um Pokémon Go drehen (ja wir schreiben auch gerade an einem ausführlichen) möchte ich Euch zumindest einen kurzen Einblick geben, warum es sich für Inside lohnt, auch mal wieder drinnen zu spielen.

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Es ist wirklich schwierig, ein Spiel wie Inside zu empfehlen, denn das eigentlich faszinierende hierbei ist nicht das eigentliche Gameplay (das doch eher wie ein simpler Platformer/Puzzler daherkommt) sondern die Entdeckungen, die man als Spieler während des Erlebnisses macht und die zugrundeliegenden Themen, die man sicherlich nicht direkt zu Anfang in vollem Umfang erkennt. Dabei ist es nicht einmal das bedrückende aber dennoch sehr ästhetische Setting und Design von Inside, was hier den überwiegenden Charme (trotz des düsteren Designs) ausmacht sondern es sind vielmehr die Zwischentöne oder das, was der Spieler selbst mitbringen muss, um das Erlebnis zu einem bleibenden zu machen. Dabei bleibt Inside fast die ganze Spielzeit über (die zwar nur 3 kurzweilige Stunden beträgt aber sicherlich zum Wiederspielen einlädt) glücklicherweise sehr vage, was seine Themen angeht.

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Vor dem Kauf sollte man sich vor allem aber von den vielen sehr positiven Reviews keinen falschen Eindruck vermitteln lassen. Als ich das Spiel das erste Mal durchgespielt hatte, war ich danach ehrlich gesagt eher enttäuscht als überwältigt; alles fühlte sich irgendwie leer und unfertig an. Nach all den (spoiler free) Reviews über Plot-Twists und großartige Story-Momente hatte ich die ganze Zeit gespannt gewartet und meine sicherlich zu hohe Erwartungshaltung ließ mich um so mehr mit Staunen und Leere zurück.

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Einfach so wollte ich das Spiel aber nicht liegenlassen, schließlich hatten es mir viele Freunde und Kollegen empfohlen, auf deren Geschmack ich in der Regel auch vertraue. Also versuchte ich mich noch einmal an diesem Spiel und probierte diesmal, auf alle kleinen Details zu achten, jedes noch so kleine Secret zu entdecken und Achievement zu erreichen – da langsam wurde mir erst klar, warum Inside eines der besten Spiele des Jahres sein könnte (kein all zu großer Spoiler):

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Es bildet ein wunderbares Exempel dafür, was Spiele heutzutage sein können, nämlich eine Entdeckungsreise durch eine Welt, die sich nur in tieferer Interaktion, Erforschung und selbst dann nur in Fragmenten erschließt, während, folgt man sehr linear nur dem Spielverlauf, auch nicht mehr bekommt als eben dies: ein einfaches lineares Erlebnis. Inside liefert zwar noch deutlich mehr als das, aber ich empfehle Euch, erlebt das Spiel lieber selbst, ich möchte hier nicht zu viel vorwegnehmen.

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Damit reiht sich Inside in eine Reihe von Spielen wie „The Stanley Parable“ oder auch „Dark Souls“ ein (da auch hier darauf vertraut wird, dass das eigentlich interessante Erlebnis sich erst dann erschließt, wenn der Spieler aus freien Stücken versucht, mehr über die Welt zu erfahren) und macht dabei dennoch ein sehr ehrliches Statement zu dem eigenen Medium: Ein Spiel kann immer nur ein finit gestaltetes Erlebnis sein; eine wirkliche Durchbrechung der Spielwelt ist und bleibt etwas Unerreichbares, da selbst dies immer eine vorab möglich gegebene Option im Medium Spiel sein muss.

Aber wer weiß, vielleicht ist man ja in zukünftigen Spielen nicht mehr nur „inside“ – wir bleiben gespannt, was Playdead als nächstes aus dem Hut zaubert (oder Magic Leap irgendwann mal auf den Markt bringt…).

 

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